
2008-03-30 Torben Wosik zum 2. Mal Deutscher Meister

Ein sichtlich bewegter Torben Wosik sichert sich nach Fünfsatzkrimi und der Abwehr eines Matchballs im 6. Satz im Finale gegen Lei Yang nach seinem Erfolg aus dem Jahr 1999 in Augsburg seinen zweiten nationalen Einzeltitel. Wosiks Endspielgegner hatte vorher während des gesamten Turniers für Schlagzeilen gesorgt. Lei Yang, 30-jährige Nummer zwei und Spielertrainer des badischen Oberligameisters ASV Grünwettersbach, spielte sich bei seiner ersten DM-Teilnahme als Ungesetzter in die Hauptrunde – mit einer Niederlage gegen Roman Rosenberg aus Bergneustadt -, wo er nach Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf im Achtelfinale am Morgen im Halbfinale auch Titelverteidiger Timo Boll (Düsseldorf) bezwang. „Ich bin in einer guten Form", erklärte Lei Yang. "Ich kann diesen Sieg gegen Timo aber durchaus einschätzen. Normalerweise darf er gegen mich nicht verlieren, aber ich habe heute meine Chance genutzt“, sagte er und spielte dabei auf den Trainings- und Wettkampfrückstand des amtierenden dreifachen Europameisters nach dessen mehrwöchiger Verletzungspause an.
Lei indes ist national keine unbekannte Größe. Als Spitzenspieler des TSV Gräfelfing spielte er in der 1. Bundesliga sowie lange Zeit in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. In Deutschland lebt der gebürtige Chinese seit 1998, seit Anfang 2007 hat er einen deutschen Pass. „International oder für Deutschland zu spielen, ist nicht mein Ziel. Ich spiele jetzt in erster Linie für mich selbst und natürlich für meinen Verein“, so Lei. Und entsprechend locker war er auch während des gesamten Turniers.
Erst Torben Wosik konnte seinen Siegeszug im Finale stoppen. Der EM-Zweite von 2003 war nach dem Sieben-Satz-Match voller Emotionen, hatte in der Box Tränen in den Augen: „Dieser Titel bedeutet mir mehr, als der vor neun Jahren. Ich spiele erfolgreich in Frankreich, aber in Deutschland bekommt das fast keiner mit. Da ist so ein Erfolg natürlich eine besondere Genugtuung.“ Er ergänzte: "Lei hätte den Titel genauso verdient. Er hat zwei Stars rausgehauen und ein tolles Turnier gespielt. Er hat vor allem mit seiner Penholder-Rückhand sehr starke Topspins getroffen. Das hat mich überrascht." Für Lei Yang, amtierender baden-württembergischer Meister, endete seine erste Teilnahme an den deutschen Meisterschaften mit einer unerwarteten Silbermedaille. Seine Niederlage nahm er sportlich: "Ich bin hergekommen, um Spaß zu haben. Ich dachte, ich fliege in der ersten Runde raus und schaue mir dann die Stadt an. Dass es der zweite Platz geworden ist, freut mich natürlich."



